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Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Historische Buchstützen

Montag, 31.03.2025, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Buchstützen – Von praktischen Helfern zu begehrten Sammlerstücken

Buchstützen – einst unverzichtbar, heute oft übersehen. Doch wer sich mit diesen kleinen Skulpturen näher beschäftigt, taucht in eine Welt voller Designgeschichte, Stilrichtungen und sogar Wertanlagen ein. Gerade passend zur Leipziger Buchmesse lohnt es sich, einen Blick auf diese besonderen Objekte zu werfen. Denn Buchstützen gibt es, seit es Bücher gibt – doch so richtig geboomt haben sie um 1900, als Bücher erschwinglicher wurden und in immer mehr Haushalten Einzug hielten. Dabei spiegeln sie nicht nur verschiedene Epochen wider, sondern wurden von den renommiertesten Designern des 20. Jahrhunderts gestaltet.

“Ich freue mich, dass du heute hier bist, Christof, unser Experte für Altes und Gebrauchtes. Was hast du uns mitgebracht?” so lautete Norberts Intro in mein Sendungsegment.

“Buchstützen! Früher unverzichtbar, damit die Bücher nicht reihenweise umkippen. Heute vielleicht nicht mehr so essenziell – aber im Moment erleben sie ein echtes Comeback.”

Die Geschichte der Buchstützen

Gerade passend zur Leipziger Buchmesse lohnt es sich, einen Blick auf diese besonderen Objekte zu werfen. “Denn Buchstützen gibt es, seit es Bücher gibt – aber so richtig geboomt haben sie um 1900, als Bücher erschwinglicher wurden”, erklärt Christof Stein. “Mit dem Aufkommen der ersten günstigen Paperbacks brauchte man sie in immer mehr Haushalten. Und sie spiegeln dabei wunderbar die verschiedenen Stilepochen des 20. Jahrhunderts wider.”

Große Namen, großes Design

Viele renommierte Designer haben sich mit Buchstützen beschäftigt: Wiener Werkstätte, Hagenauer, Gmundner Keramik – “Und hier siehst du eine ganz besondere: eine Buchstütze aus dem Jahr 1928, die stark an die erste Mickey Mouse erinnert. Nur ein Jahr nach Walt Disneys berühmter Erfindung hat Hagenauer diese Buchstütze produziert.” Der Wert? Heute etwa 2.500 Euro.

Auch französische Buchstützen aus schwarzem Marmor sind begehrt. Dazu meinte ich: “Dieser Marmor wird heute gar nicht mehr abgebaut, was diese Stücke besonders macht. Alle kennen Carrara Marmor, den schneeweißen Marmor mit dieser feinen Aderung. Und das war eine kleine Mine, die es dort gab und die seit 50 Jahren sozusagen nicht mehr bewirtschaftet werden kann. Und das sind die richtig schönen. Das ist ein stilisierter Eisbär. Die hier? 600 bis 700 Euro wert.” Walter Bosse wiederum setzte mit humorvollen Tierfiguren besondere Akzente: “Max und Moritz, ein Bauernpaar – und da gibt es einen prominenten Sammler: den Schriftsteller Robert Menasse. Der deutsche Buchpreisträger ist seit über 30 Jahren begeisterter Sammler.” Und ich bin einer seiner „Dealer“.

Von der Bibliothek in den Wohnraum

“Aber wer braucht heute noch Buchstützen, wo viele nur noch E-Books lesen?”, fragte mich Norbert.

Da konnte ich nur kontern mit: “Buchstützen haben sich neue Funktionen erobert! Bei mir stehen sie auch in der Küche und halten die Kochbücher fest. Meine Frau nutzt sie als Schmuckablage auf dem Nachttisch. Und im Badezimmer sind sie super für dekorativ gerollte Handtücher.”

“Spannend finde ich vor allem, wir haben da ganz viele so asiatische Motive, gell?”, war Norbert entzückt ein. Das war in den 1950er Jahren, da hat das einen totalen Boom ausgelöst, wieder einmal, dass asiatische Themen bei uns so en vogue wurden. Man hat sich auch so eingerichtet.Da habe ich ihm ein Beispiel aus Gmundner Keramik gezeigt. Der Schüler, der jetzt gerade lesen lernt. Oder vorne am Tisch stand noch ein großartiges Beispiel von der Firma Coneye. Da sind wir auch schon knapp wieder bei 800, 900 Euro, welche die wert sein können. Also ein sehr großes Special.

Norbert wollte dann natürlich noch wissen, ob Buchstützen auch heute noch eine gute Investition sind.

Dazu meinte ich, dann dass gerade weil viele alte Bibliotheken aufgelöst werden, deshalb kommen spannende Stücke auf den Markt. Aber auch Designerstücke wie von  Philippe Starck. Vor allem, sind die Sachen, die wirklich sehr speziell sind, immer die Prototypen. Die kann man dann einfach bei den ganz großen Auktionshäusern noch finden. Sozusagen der Grundentwurf. Und wenn du so etwas in einer Sammlung drinnen hast, hast Du gewonnen. Und dann gibt es noch Sammlerlieblinge wie Star Wars- oder Star Trek-Buchstützen – die Fans zahlen dafür Höchstpreise.

Alla fine…

Ob als Designobjekt, Sammlerstück oder Wertanlage – Buchstützen haben weit mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermutet. “Wer so etwas zu Hause hat, sollte genau hinsehen – es könnte ein kleines Vermögen wert sein!”, meinte ich am Ende meines Beitrags, augenzwinkernd. Also: Augen auf beim nächsten Flohmarktbesuch! Am besten kommt ihr Samstags bei mir Salon Stein, meinem Stand am Wiener Naschmarkt Flohmarkt vorbei und gustiert – und wir können und Möbel und Objekte mit Geschichte philosophieren.

 

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Osterdeko anno dazumal

Montag, 14.04.2025, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Brauchtum und Vintage Sammlerstücke

“Da bekommt sogar unser Experte für Altes und Gebrauchtes glänzende Augen”, sagt Norbert, als ich einige historische Stücke rund ums Osterfest präsentiere. Dieses Mal widmete ich mich alten Osterdekorationen – von Postkarten und Sammelbildern bis hin zu kunstvollen Ostereiern und Schokoladenformen.

“Den Osterhasen gibt es seit etwa 300 Jahren”, erkläre ich, “er stammt ursprünglich aus dem Elsass, dem Oberrhein und der Pfalz – „also eigentlich ein Deutscher.”, konterte Norbert. Dort begann auch die Tradition, Ostereier zu verzieren. Eier wurden bestrickt, mit Seide bezogen oder kunstvoll bemalt. Oft waren diese Dekorationen Geschenke unter Erwachsenen, beispielsweise für die Liebste, nicht speziell für Kinder.

Ein besonderes Highlight in der Sendung waren die historische Osterpostkarten. Die älteste, eine kolorierte Fotokarte, stammt etwa aus dem Jahr 1900. Die Motive zeigen deutlich, wie sich Mode und Grafik über die Jahrzehnte verändert haben, anhand von Typografie und Stil kann man die Zeit festmachen. Ich hatte hauptsächlich  Beispiele aus den 1920ern bis 1950ern mit. Und natürlich könnte man wenn man sich die beschrieben Seite ansieht ein bisschen schummeln: Wenn die Karte geschickt wurde, gilt sie ja automatisch als gelaufen, das heißt, sie wurde verschickt und trägt dann einen Poststempel samt Briefmarke – und daran erkennt man das genaue Jahr.

Eine Karte aus 1943 fiel besonders auf. Ein Soldat schrieb damals aus Paris an seine ‘vier Herzen’ zuhause – ein bewegendes Zeitdokument, das mich sehr berührt hat.

Ein weiteres spannendes Detail sind Sammelbild-Hasen, die ursprünglich Produkten wie Kaffee oder Kakao beigelegt waren. Das war damals schon sehr smartes Marketing. Alle großen und kleine Fußball Fans kennen das Prinzip ja von Panini-Bildern.

Natürlich darf bei Osterdekorationen das Ei als Symbol der Fruchtbarkeit nicht fehlen. In meiner mitgebrachten Auswahl an Vintage Stücken fanden sich feine Seideneier verziert mit kunstvoller Mischtechnik aus dem frühen 20. Jahrhundert . “Diese hochwertigen Stücke waren damals eher dem Adel oder dem gehobenen Bürgertum vorbehalten”, erkläre ich genauer. “Für einfache Leute gab es Varianten aus Pappmaché – oft regional gefertigt, beispielsweise aus Pappmaché.”

Fabergé-Eier sind äußerst kunstvoll gefertigte Stücke, die oft mehrere tausend Euro wert sein können. Dieses Exemplar hier stammt aus der Zeit um 1900. Beim genaueren Hinsehen erkennt man unten einen messinggefassten Ständer, und darüber befindet sich ein Aufsatz aus Opalinglas, der mit einem erhabenen Blumendekor verziert ist. Selbstverständlich lässt sich das Ei auch öffnen und man kann darin leckere Schokolade verstecken.

Ein besonders rares Stück war eine doppelte Hasen-Gussform für Schokolade oder Biskuit, heute ein begehrtes Sammlerobjekt. Man füllte Teig oder flüssige Schokolade hinein, stellte sie in den Kühlraum, und wenn man die Form anschließend öffnete, erhielt man eine fertige Figur. Das sah man auch sehr gut an dem Osterlamm, das in diesem Fall aus Keramik gefertigt war. Früher wurde so eine Form mit Teig oder Schokolade befüllt, gekühlt und danach entweder mit Lebensmittelfarbe dekoriert oder hübsch in Cellophan verpackt.

„Christof, ich frage mich, was so ein Stück heute wert wäre?“, so Norbert. Dieses spezielle Exemplar, das ich in der Sendung präsentierte, ist äußerst selten und gehört einer leidenschaftlichen Sammlerin, der wohl das Herz brechen würde, wenn es verschwände. Vom Wert her liegen wir hier tatsächlich schnell bei rund 1000 Euro.

Ob diese Formen heute noch verwendet werden? Theoretisch ja – praktisch sind sie aber inzwischen vor allem begehrte Sammlerstücke. Mittlerweile gibt es weltweit eine beachtliche Sammlergemeinschaft, nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, Russland und sogar Asien. Dort werden sie aufgrund der hohen Nachfrage inzwischen sogar reproduziert. Dadurch entstehen natürlich immer wieder Gelegenheiten, sich das eine oder andere besondere Stück in die eigene Sammlung zu holen.

Mit dem Satz „Christoph, Ostern ist gerettet mit dir, wie immer. Es hat sehr viel Spaß gemacht!“ verabschiedete mich Norbert. Osterbrauchtum, Objekte mit Geschichte und Sammelleidenschaft verbanden sich in diesem Sendungsbeitrag zu einer charmanten Zeitreise – passend zur Osterzeit.

P.S.: Der vorangegangene Sendungsbeitrag zeigte Wolfgang Kremsner, Radiorestaurator in action. Wolfgang Kremsner verkauft restaurierte Radios, Plattenspieler, Küchenuhren und Kassettenrekorder. Seit 2023 auch in seinem Laden in der Otto-Bauer-Gasse Aus Liebe zu alten Uhren, Radios und Kassettenrekordern, die er nun repariert und akribisch wieder zusammenbaut, macht er Objekte mit Geschichte zu Objekten mit Kultstatus. Mehr dazu findet ihr auch in seinem Beitrag in meinem Buch Möbel | Objekte | Geschichte (erschienen im Löcker Verlag).

 

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Silber einschmelzen?

Freitag, 17.10.2025, ab 17:30 Uhr, Studio2 // ORF
Thema diesmal: Silber und sein Wert

Schnelle Wirkung, großer Schaden – wenn Silber und somit Geschichte im Schmelzofen verschwindet

„Geht’s noch?“ – so heißt das Buch von Simon Schwarz . „Ein Titel, der Christof Stein, unserem Experten für Alters- und Gebrauchswert, wohl täglich durch den Kopf geht, wenn er hört, dass Menschen historische Silberstücke einfach einschmelzen lassen, um den reinen Materialwert zu kassieren.“ Mit diesen Worten leitete Norbert meinen Sendungsbeitrag ein. Denn was für manche nur „Altmetall“ ist, ist in Wahrheit Kulturgut – mit Geschichte, Handwerk und Seele. Das tut mir in der Seele weh, wenn Kultur so kaputt geht.

Aktuell passiert es wieder. Der Silberpreis rauscht nach oben, die Nachrichten melden Höchststände – und plötzlich wird in Kellern gekramt, gesucht, gefunden. Was tun viele? Ab zum Schmelzer. Kilo-Preis kassieren. Fertig. Aber: Was da zerstört wird, ist oft mehr als Material. Es sind Objekte, die man heute nicht einmal mehr herstellen kann – und wenn doch, dann zu einem Vielfachen des Preises. Ich möchte da eine Lanze brechen – Dinge, die formal etwas können  – eine Experte im Auktionshaus beispielsweise kann Einblick verschaffen.

Ich zeigte zwei schlichte Kerzenleuchter aus der Zeit Josef II., um 1813. 643 Gramm Silber. Materialwert: rund 750 Euro. Marktwert im Fachhandel: 3.000 Euro. Warum? Weil sie Geschichte tragen, weil die Punzierung verrät: gefertigt von einem Brünner Juwelier oder Silberschmied. Wahnsinnig toll! Handwerk, das man bis heute genießen kann – wenn man weiß, worauf man schauen muss. Wie schon gesagt, lieber einen Experten fragen, bevor man Kultur vernichtet!

Nächstes Stück war ein monumentaler Kerzenständer, ein Pärchen gibt es davon, Hohlsilber, um 1880. 900 Gramm. Absolut fantastische Arbeit. Einschmelzwert: knapp 1.000 Euro. Tatsächlicher Wert: 8.000 Euro. Eine Arbeit, die Wochen dauerte – von Hand gemacht, gehämmert, verputzt. Nicht eine Maschine, nicht Massenware. Ein Vermächtnis. Und doch landen solche Stücke – unwissend, gedankenlos – im Ofen. Geschichte, die niemand zurückholen kann.

Es ist nicht das erste Mal, dass Silber in Krisenzeiten verschwindet. Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg – ganze Judaica-Bestände wurden vernichtet. In den 1980ern wieder: Silberpreis explodiert, tausende Familien geben ohne nachzudenken ab. Heute wiederholt sich das Spiel.

Ein Funkeln, das bleibt, war ein Fisch aus den 1960ern, italienischer Designer. 800 Gramm, kunstvoll gehämmert. Materialwert: 1.000 Euro. Marktwert: 3.000 Euro. Wunderschön dekorative gehämmerte Arbeit. Und doch – auch solche Stücke wanken am Rand des Schmelztiegels.

Aber –  dann legte ich ein Stück auf den Tisch, das bleibt: eine Alt-Wien-Schale aus der Sammlung meiner Großmutter väterlicherseits. 1781 bis 1866 punziert. Dort lagen einst Visitenkarten – Name, sonst nichts. Kein Telefon, kein Mail. Wer zu Besuch war, hinterließ eine Spur auf einer Silberschale.

Fazit?
Wer Silber besitzt, besitzt Verantwortung.
Nicht alles ist Schatz – aber manches ist Erbe.
Fragen kostet nichts. Einschmelzen kostet für immer.

Denn manchmal ist es nur ein schlichter Kerzenständer – und doch blickt er auf 200 Jahre zurück. Er hat Wohnungen gesehen, Generationen überdauert, vielleicht Hochzeiten, Trauerfeiern, Feste begleitet. Solche Dinge erzählen Geschichten, wenn man sie lässt. Und genau diese Geschichten kann kein Schmelzofen bewahren.

 

 

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Historische Märchen

Montag, 16.12.2024, ab 17:30 Uhr, Studio2//ORF

Thema diesmal: Märchenbücher als Sammelobjekte: Geschichte, Wert und Zeitgemäßheit

Nachdem ich meinen Beitrag mit einer kurzen Märchenstunde eingeleitet hatte, meinte Martin zu mir “Danke, Christof -der Begriff „Märchenonkel“ passt wunderbar zu Dir!”. Das Buch, aus dem ich vorgelesen hatte, stammt aus den Anfängen des Radiozeitalters – aus einer Zeit, in der man begann, Kinder für das Radio zu begeistern. Damals gab es noch keine Hörbücher, das war nämlich in der Zwischenkriegszeit. Manche Exemplare, über die wir in der Sendung gesprochen  haben, waren jedoch wesentlich älter.

Das Thema war somit das historische Märchenbuch als Sammelobjekt. Früher wurden Märchen von Mund zu Ohr weitergegeben. Man erzählte sie, und später trugen Minnesänger diese Geschichten singend vor. 1693 wurden Märchen schließlich erstmals schriftlich festgehalten. Märchen haben seither einen besonderen Zauber – sogar Nobelpreisträger wie Selma Lagerlöf haben sie populär gemacht, als sie um 1904 „Nils Holgersson“ veröffentlichte.

“Die von dir mitgebrachten Märchenbücher sind beeindruckend, besonders durch ihre Illustrationen. Was macht den Wert solcher Bücher aus?”, fragte mich dann Martin. 

Oft sind es die Künstler, die diese Werke geschaffen haben. Ein Beispiel ist eines der kleinsten Bücher, das ich dabei hatte: die berühmten „Nibelungen“. Wunderschön illustriert von Carl Otto Czeschka, einem Künstler der Wiener Werkstätte, im Jahr 1907. Der Wert dieses kleinen Buches liegt bei etwa 1200 Euro.

Das teuerste Exemplar (Wertigkeit liegt ungefähr bei 2500 Euro), das ich heute mitgebracht habe, ist „Die Bücher der Chronika der drei Schwestern“ (herausgegeben durch die Gebrüder Grimm). Dieses Buch ist besonders aufgrund der herausragenden Drucktechnik, mit der es hergestellt wurde. Es wurde sogar auf der Weltausstellung in Paris präsentiert.

Aber nun die Frage, wer sammelt heutzutage solche Märchenbücher? Nicht nur Menschen, die mit ihnen aufgewachsen sind, sondern auch Schriftsteller und Illustratoren. Ein besonders interessantes Exemplar ist ein Buch, dessen Text von Franz Wedekind stammt und das von seinem Bruder (der eigentlich ein Arzt war)  illustriert wurde. Dieses Werk hat nicht nur künstlerischen, sondern auch politischen Wert.

Ein spannendes Thema bei Märchenbüchern ist, dass viele Werke heute als problematisch angesehen werden. Manche Geschichten und Darstellungen sind nicht mehr zeitgemäß, pädagogisch fragwürdig oder politisch inkorrekt. Was passiert in solchen Fällen mit dem Wert dieser Bücher? Für Sammler:innen zählt aber oft das Original, unabhängig von der gesellschaftlichen Sichtweise.

Ein Beispiel ist „Hatschi Bratschis Luftballon“, ein Buch aus dem Jahr 1904, das später – etwa 1960 – überarbeitet wurde, um problematische Stereotypen zu entfernen. Oder „Die zehn kleinen Negerlein“ – ein Buch, das heute nicht mehr vorgelesen wird, weil seine Inhalte nicht mehr akzeptabel sind. Auch Grimms Märchen sind oft von brutalen Handlungen geprägt. Die Pädagogik war damals eine andere, man arbeitete mit Drohungen und Strafen.

Wie könnten zeitgemäße Märchen heute aussehen? Ich habe dazu ein besonderes Buch mitgebracht: „Jooloomooloo“. Dieses Märchenprojekt entstand 2008 und wurde klimaneutral produziert – auf Papier aus Elefanten-Dung. Die Elefanten, die darin eine Rolle spielen, stammen aus Sri Lanka, wo sie als Arbeitstiere eingesetzt werden. Der Autor, Doron Rabinovici, hat mit dieser Geschichte etwas Außergewöhnliches geschaffen. Leider ging das Projekt in Konkurs, doch die Bücher, die heute wie kleine Aktien gehandelt werden, haben für Sammler:innen einen besonderen Reiz.

Die perfekten Mitbringsel für Kinder und junggebliebene Erwachsene – gerne bei mir in meinem Showroom in der Theobaldgasse 14, 1060 – gegen Terminvereinbarung – erhältlich!