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Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Souvenirs

Montag, 13.09.2021, ab 17:30, Studio2//ORF

Thema diesmal: Souvenirs – das Ende der Urlaubssaison

Zur Einstimmung ins Thema und weil es meine Auftrittsmusik war (angelehnt an den Italian Stallion Rocky Balboa, der mit “Eye of the Tiger” begleitet in den Ring stieg):

Bill Ramsay – Souvenirs, Souvenirs

Mit dem heutigen Tag sind alle Eltern mit schulpflichtigen Kindern zurückgekehrt – da dachte ich mir, dass ich den Zurückgebliebenen ein paar Souvenirs zeige – aus Europa, mit einer Ausnahme.

Woher kommt denn nun das Souvenir – woher kommt es das man ein Reiseandenken mitbringt? Man denke nur an Julius Cäsar, der immer von seinen Feldzügen Andenken mitbrachte – oder Napoleon, der sein “Souvenir”, den Obelisken in Paris aufstellen ließ.

Das Wort Modell entstand im Italien der Renaissance aus ital. modello, hervorgegangen aus modulo, einem Maßstab in der Architektur, und gehörte bis ins 18. Jahrhundert der Fachsprache der bildenden Künstler an.

GRAND TOURS

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts unternahmen junge, wohlhabende Absolventen der Universitäten Oxford und Cambridge Reisen durch das Mittelmeer. Ziel dieser Expeditionen: Wurzeln der europäischen Kultur durch Kunst, Literatur und Archäologie zu entdecken.

“Grand Tours”, wie sie genannt wurden, waren bald sowohl pädagogische als auch soziale Übergangsriten unter dem Adel. 

Für einen beliebigen Zeitraum von Monaten bis Jahren – Große Touristen würden mit einer Kohorte von Führern und Begleitern durch Länder wie Deutschland, die Schweiz, Österreich, Frankreich, Ägypten und die Heiligen Länder reisen – und vor allem Italien.

Großes Reisebudget & aristokratischen Verbindungen machte privilegierte Reisende, um Sprachkenntnisse zu perfektionieren, antike Ruinen zu besuchen, um sich mit lokalen Künstlern und Händlern zu treffen, um Münzen, Skulpturen, Gemälde und Modelle zu sammeln.

Diese Souvenirs wurden nach Großbritannien zurückgeschickt – in Herrenhäuser (Symbole für die Weltlichkeit und Wertschätzung der alten Kultur).

“Die reichsten Reisenden könnten mit einem Canaletto zurückkehren, um über ihrem Kamin zu hängen”, “Die Niedersten hingegen könnten stattdessen ein Buch mit Piranesi-Radierungen kaufen.”

IMAGE und FUNKTION

In den 1950er Jahren war das auch eine Imagegeschichte – es war nicht nur die Erinnerung, die man mitgebracht hat – sondern auch das Anschauungsobjekt für die Familie als Basis für die Erzählungen von der Reise.

Souvenirs mit Funktion – Eiffelturm Schlüsselanhänger, Thermometer, Nähkistchen, Spielwerk mit holländischer Mühle.

Welches Souvenir passt nicht zu meiner Europa-Auswahl? Das französische Geschenk an Amerika – die Freiheitsstatue. Der Sockel und die Überfahrt musste damals gesponsert werden und alle, die mitgemacht haben, bekamen ein “Souvenir” in Silber oder Gold als Dank und Andenken für ihre Spende.

Die Spinnerin am Kreuz, das Wahrzeichen, gab es auch als Souvenir, im neogotischen Stil und liegt bei einem Wert von circa 1500 Euro.

Bei der UNO City Eröffnung gab es silberne und goldene Modelle als Give away.

BERÜHREND

Ganz besonders berührend – die Brücke von Mostar als Souvenir – 400 Jahre lang hat sie überstanden bis sie im Zuge der Völkertrennung im Balkankrieg der 1990er Jahre zerstört wurde, allerdings war diese das erste Monument, das nach dem Krieg gleich wieder aufgebaut wurde. Ein Souvenir einer denkwürdigen Zeit, die Gott sei Dank vorbei ist.

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Sonnenbrillen

Montag, 02.08.2021, ab 17:30, Studio2//ORF

Thema: Sonnenbrillen – Schutz & Fashion

Grelles Sonnenlicht ist für die Augen unangenehm und schadet den Augen, dies ist schon lange bekannt. Der natürliche Schutz des Menschen – die Verengung der Pupille und das Blinzeln ist nicht ausreichend.

Besonders Kulturen die in Eis und Schnee leben haben durch die Reflexion eine intensive Lichteinwirkung. Die Lösung bei den Inuit: geschnitzte Schnee-Sonnen-Brille aus Walknochen mit ganz engen Schlitzen, es gibt einige prähistorische Modelle in Museen.

Man erkannte in Rom, dass farbiges Glas gut vor Sonnlicht schützt. Gajus Plinius (röm Gelehrter) berichtet, dass Kaiser Nero Gladiatorenkämpfe durch einen Smaragd betrachtete.

Araber Ibn al Haitham (965-1039 n. Chr.) berichtete: Wenn das Auge in extrem grelles Licht schaut, so leidet es und wird verletzt, denn wenn ein Beobachter in die Sonne schaut, so kann er sie nicht gut erblicken, da dem Auge wegen des Sonnenlichts Qualen wiederfahren.

Im 12. Jahrhundert in China trugen Richter Brillen aus Rauchquarz um die persönlichen Empfindungen – wie Sympathie oder Antipathie – bei der Befragung von Zeugen zu verbergen.

Ende des 15. Jahrhunderts entstanden Brillen mit farbigen Gläsern zum Schutz vor der Sonne – meist in grün, blau, gelb oder rot – vor allem auch in China.

1797 erfand der Engländer Richardson eine Doppelbrille, sie lies seitlich grünes Glas vor die Brillengläser klappen zum Sonnenschutz, dieses Modell erfreute sich bis in die Mitte 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit.

Brillen sind bis in die  2. Hälfte 19. Jh. Einzelanfertigungen, denn die schädliche Wirkung der UV-Strahlen ist noch nicht hinreichend bekannt. Im Jahr 1936 folgt die erste Blendschutzbrille für ein breites Publikum.

Mitgebracht habe ich eine “Celebrity”-Tischlampe, Entwurf Stephan Breier & Johannes Scherr, 2006.

Ich stelle Modelle in der Sendung vor wie eine Ray-Ban, wie sie Audrey Hepburn in Frühstück bei Tiffany 1961 getragen hat, eine weitere Ray-Ban wie Tom Cruise in Top gun, oder eine Brille wie sie in Miami Vice von Don Johnson getragen wurde.

John Lennon – Nickelbrille (auch auf Plattencovers abgebildet) – ein Accessoire der Hippibewegung! Auch die Blues Brothers wären ohne Brille undenkbar. Ich habe weitere Modelle von Marc Jacobs, Prada, Rodenstock,  Versace, und viele mehr. Ganz wichtig ist die Sonnenbrille natürlich auch beim Pokern!

Die ganze Modebranche ist inspiriert von der Brille und der Sonnenbrille!

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Olympia 1936

Montag, 27.07.2021, ab 17:30, Studio2//ORF

Thema: Olympia Berlin, 1936

Aktuell werden die Olympischen Spiele in Tokyo ausgetragen, die ersten fanden bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. statt, dann wieder in der Neuzeit ab 1896 in Griechenland.

Im Jahr 1936 durfte Österreich noch als eigene Nation antreten, bevor es dem großdeutschen Reich angehörte.  Hitler war schon an die Macht gekommen und Österreich noch nicht annektiert. Eine Zeit zwischen Sport, Propaganda und Konzentrationslagern.

Ich habe den Koffer des österreichischen Sportlers & Teamkapitäns der Nationalmannschaft im Feldhandball, Anton Perwein, präsentiert, mit all den Erinnerungstücken an die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936. Diese sporthistorische Sensation enthält unter anderem auch die gewonnene Silbermedaille! Österreich war Mitfavorit, hat dann nur gegen das Großdeutsche Reich verloren und wurde somit mit Silber ausgezeichnet.

Viele zeithistorischen Dokumente, z.B. ein Sammelalbum das vom Reemtsma Zigarettengiganten  aufgelegt wurde , original verpackte Sammelbilder, ein Buch mit vielen Unterschriften der Olympiasieger, Abzeichen, Fotos, Zeitungsartikel, der Olympiapass von Anton Perwein und vieles mehr!

1936 fand auch der erste Fackellauf mit von der Firma Krupp zur Verfügung gestellten Fackeln statt und die ersten Fernsehübertragungen ausgewählter Wettkämpfe.

Ich hoffe bald einen geeigneten Platz für dieses wichtige Zeitdokument gefunden zu haben, keep you updated!

Studio 2 – Experte Christof Stein spricht über: Muscheln

Montag, 19.07.2021, ab 17:30, Studio2//ORF

Thema diesmal: Was die Natur so alles kannMuscheln, Schnecken, Mineralien & Co.

Was die Natur so alles kann – ein Potpourri an schönen Naturerzeugnissen hatte ich im Studio2 mit – Muscheln, Schnecken, Mineralien und Außerirdisches…

Reiselust & Mitbringslzeit: Das liebste Hobby der Urlauber in den Bergen oder am Meer ist das Sammeln von Mineralien/Edelsteinen oder  Muscheln- dass diese nicht nur als Souvenirs und Erinnerungen zählen, wollte ich mit meinem Mitgebrachten zeigen.

Leider zerstören wir Menschen rücksichtslos unsere Naturschönheiten und somit kurz der Aufruf:  bitte die Naturschätze an Ort und Stelle lassen und lieber eine Vintage Muschel auf dem Flohmarkt oder Secondhand ergattern.

Tritonshorn, das Instrument aus einem Schneckengehäuse habe ich als erstes gezeigt – Einen Moment mal! Schnecke, fragt ihr euch? Ja Schnecke, denn eine Muschel besteht immer aus zwei Teilen – das Meeresrauschen (kurzer Stopp hier: wir hören darin nämlich weder das Meer noch unser eigenes Blut rauschen, sondern vielmehr leiseste Umgebungsgeräusche, die das Schneckengehäuse lediglich verstärkt, während es andere, lautere, abschirmt) hören wir in einer Schnecke und keiner Muschel. Dieses Instrument wurde nach Triton, dem Sohn Poseidons (dem Frauenverführer) benannt. 

Als Musikinstrument ist dies heute noch in Südkorea im Einsatz, wenn die royale Wachablöse stattfindet. 

In der K&K Monarchie in Böhmen wurde das Tritonshorn geblasen, um Gewitter zu vertreiben – in Italien wurden mit diesem Instrument die Toten begleitet.

Der Wert dieser Art von Schneckengehäuse (bei schon gefundenen, hier wieder die Anmerkung: diese Schnecken stehen unter Naturschutz, bitte nur im Vintage Bereich “auf Jagd gehen”!) liegt bei zwischen 70 bis 100 Euro.

In der mitgebrachten Sammlungsbox fanden sich auch versteinerte Schnecken durchgeschnitten, poliert, von vor circa 2000 – 3000 Jahren – eben dies sollte museal bleiben und somit auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. 

Muscheln oder Schneckenhäuser sind heute noch Zahlungsmittel in Papua-Neuguinea bei manchen Völkern und auch im alten Rom war diese Zahlungsmodalität gang und gebe.

Muscheln können einiges wert sein, gerade wenn sie prähistorisch sind – bei Steinen ist die Vielfalt groß, ebenso die Sammelgemeinschaft.

Beide Sammelthemen machen Lust auf mehr und es muss kein teurer Urlaub sein, eine Reise ins Naturhistorische Museum zahlt sich ebenfalls als Augenschmaus aus.

Aus der Familie Stein kommend, muss man dem Namen alle Ehre machen – die Stein (und Mineralien) Sammlung meines Großvaters war auch mit in der Sendung – wunderbar liebevoll mit Etiketten versehen, sogar Asbest kam vor (das Etikett existiert noch aber dieses gesundheitsgefährdende Silikat-Mineral wollte ich nicht an die nächste Generation weitergeben).

Neben Muscheln und besonderen irdischen Steinen brachte ich auch einen Stein aus dem Weltall mit, da ja gerade auch begonnen wird diesen für den Tourismus zu erschließen. 

Jeff Bezos, Richard Branson und Elon Musk liefern gerade sich ein Wettrennen darum wer von ihnen Schwerreiche so schnell wie möglich in den Weltall befördern wird – ein umstrittenes Unterfangen, wenn man die Krisen (Coronakrise, Klimakrise, um nur die beiden medial präsentesten hervorzuheben) bedenkt, die sich auf der Erde abspielen und wo jede Form von finanzieller Unterstützung zur Abwendung dieser oder zumindest zum Abfedern der Konsequenzen dieser wichtig wäre.

Aber zurück zum Außerweltlichen  – Metalle aus dem Weltall sind auch magnetisch, aber nicht jene vom Mond und Mars und dieser Stein ist nicht magnetisch, was es wiederum so spannend macht, da es einen unglaublichen Seltenheitswert besitzt.

Das berühmte “Meeresrauschen” aus der “Muschel”, zu dem ich Birgit Fenderl noch verlocken konnte, war der krönende Abschluss für meinen Beitrag über Mineralien & Co. im Studio2.